Das besondere Exponat: Weltreise-Jawa

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Dies ist die vielleicht weitgereisteste Jawa überhaupt. Am 28.6.2013 startete der Motorjournalist Pavel Suchý damit in Prag auf Weltreise,
die ihn über 4 Kontinente und durch 21 Länder führen sollte.
Nach genau 232 Tagen und 49.003 Kilometern traf er, um viele Erlebnisse reicher, wieder zuhause ein.
Das ehemalige Fahrschulmotorrad schlug sich dabei wacker. Es waren nur folgende kleine Reparaturen notwendig:
Wechsel der hinteren Stoßdämpfer und des Hinterrades, zwei Sekundärketten, ein Vorder- und vier Hinterreifen, eine Zündspule sowie zwei Glühbirnen!
Auf die Frage, warum er diese Tour und mit dieser Jawa gewagt hat, antwortet Pavel Suchý “Weil alle immer sagten, dass es unmöglich sei!”.

Eindrucksvolle Bilder der Reise, die genaue Route und Informationen (auf tschechisch) unter diesem Link
Das besondere Exponat: MEGOLA - Aussenborder!


Eigentlich passte obige Kuriosität garnicht in den Zeitrahmen der Wassersport-Sonderschau.
Dem Angebot eines Sammlers, diesen Bootsantrieb auszustellen, konnten wir aber nicht widerstehen.
Es gibt wohl keinen Oldtimer- und Motorradinteressierten, dem der Name MEGOLA nicht geläufig ist. Zu außergewöhnlich war diese Konstruktion von Fritz Cockerell mit dem im Vorderrad eingebauten Fünfzylinder-Sternumlaufmotor. Das theoretisch bestechende Konzept scheiterte in der Praxis an der fehlenden Kupplung, den hohen Kosten und zu kleinem Markt für solch eine Sonderkonstruktion. Auch die Rennerfolge der Sportversion konnten 1926 das Aus nach zirka 2.000 gebauten Exemplaren nicht verhindern. Es ist zu vermuten, dass dieser Bootsantrieb aus überzähligen Motoren entstand.
Sicher gibt im Betrieb der rotierende Motor ein faszinierendes Bild ab.
Seit Ende der Sonderausstellung ist der Motor wieder zurück beim Besitzer

Technische Daten: Fünfzylinder-Viertakter, 640 ccm, ca. 10 PS, 40 kg.
Umlaufmotor und Propeller drehen sich in die selben Richtung.

Eine sehr informative Seite zum Konstrukteur Fritz Cockerell, mit vielen Bildern zur MEGOLA unter diesem Link


UNSER PUPPCHEN FEIERT GEBURTSTAG !


Im Jahr 1913 starteten die Wanderer-Werke in Schönau die Automobil-Serienproduktion mit diesem Modell.
Zwar hatte es bereits 1904 und 1907 diesbezügliche Versuche gegeben, es blieb aber bei Prototypen.
In der Folgezeit mauserte sich der kleine Wagen zum erfolgreichen Einstieg Wanderers in das PKW-Geschäft.
Mehrfach weiterentwickelt und vom Zweisitzer bis zum Viersitzer vergrößert, blieb die Baureihe bis 1926 im Programm.
Unser Exponat, offiziell Wanderer W3H 5/15 P.S. bezeichnet, ist eines der ältesten erhaltenen Puppchen.
Berühmtheit erlangte dieses Exemplar durch die Beschreibung und Abbildung im Standardwerk der DDR-Oldtimerliteratur "Ahnen unserer Autos", da es Paul Gränz, einem der beiden Autoren, gehörte.

Technische Daten: 1,2l Vierzylinder-Viertaktmotor, 15 PS, Geschwindigkeit 70 km/h, Gewicht 550 kg.


WER WEISS WAS?
Identität eines unbekannten Motorrades aus den Zwanzigern gesucht!




Sehr warscheinlich wurde die Maschine zwischen 1923 und 1926 in Deutschland gebaut.
Die einzige Nummer am gesamten Krad findet sich am Motor (Nr. 406)
Dieser hat 350 ccm (B x H = 72mm x 86mm) und auffällige, parallel im Kopf hängenden Ventile


Der AMAL-Vergaser, der Bosch-Zünder und das Hurth-Dreigang-Getriebe sind typisch für die Bauzeit
Weitere markante Merkmale sind: Blattfeder-Sattelbefestigung durch den Tank, die Kinematik der Hinterrad-Keilklotzbremse und die aufwändige Linierung.

Sachdienliche Hinweise nimmt das Museum gern entgegen....