Wartburg 353W Turbine | 1979

 

 

Für den Ingenieur Hans Joachim Glaubrecht aus Torgau stand die Entwicklung und Realisierung eines weitgehend schadstofffreien Pkw–Antriebs an erster Stelle.

Basierend auf dem Prinzip des Walter – Aggregats entwickelte er ein Verfahren, bei dem eine hochkonzentrierte Wasserstoffperoxid – (H2O2) – Lösung mittels Katalysator verdampft wird. Der entstehende hochgespannte Wasserdampf beaufschlagt eine Turbine. Diese gibt ihre Kraft an ein Reduziergetriebe. Ab der Kupplung blieb der Wartburg – Antrieb unverändert. In die Umwelt entweicht ein Wasserdampf – Sauerstoffgemisch.

Staatliche Stellen ermöglichten in Leipzig den Bau und die Erprobung von Prototypen. Als Testträger stand ein Wartburg 353W zur Verfügung, bei dem der Zweitaktmotor durch den neuen Antrieb ersetzt wurde. 1979 durchgeführte Probefahrten bewiesen die prinzipielle Machbarkeit. Probleme bereiteten u.a. der hohe Verbrauch des nicht billigen H2O2 und die fehlende Infrastruktur in der Fläche. Dr. Glaubrecht arbeitete daher an einer Möglichkeit, die eingesetzten Ausgangsprodukte in einem Kreisprozess rückzugewinnen. Ohne Begründung wurden staatlicherseits die Versuche kurz vor der politischen Wende abgebrochen. Prototypen und Unterlagen wurden vernichtet. Durch Zufall überlebte Herrn Glaubrechts Privatwagen.

Technische Daten
Wasserstoffperoxid – Turbine
bis 120 PS
16.000 U/min

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Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e.V.