Leider mussten wir erfahren, dass uns mit Günter Auerswald im November 2025 eine weitere Chemnitzer Radsportlegende für immer verlassen hat.
Um ihn als Sportler und Menschen zu würdigen, fand am 23. Januar 2026 eine Gedenkveranstaltung statt. Mit dem Marathonturm im Sportforum Chemnitz hätte kein besserer Ort gefunden werden können, denn die Radrennbahn war sein zweites Zuhause. Viele seiner Siege errang er dort. Unter der Anwesenheit vieler Weggefährten, darunter bekannte Namen der Radsportwelt, wurde an Günter Auerswald erinnert.
Geboren 1936 in Chemnitz war er vor allem berühmt als einer der besten DDR-Radrennfahrer in der Kategorie „Steherrennen“. Bei diesen Rennen fährt das Fahrrad mit hoher Geschwindigkeit im Windschatten eines Motorrades, dem sogenannten „Schrittmacher“.
Günter Auerswald begann seine Laufbahn in der Jugendabteilung der BSG Motor Diamant Karl-Marx-Stadt. Bis 1954 gewann er drei DDR-Jugend-Meistertitel im Mannschaftsfahren auf der Bahn und auf der Straße. 1957 wurde er DDR-Junioren-Vizemeister in der 4000-m-Mannschaftsverfolgung mit dem SC Motor Karl-Marx-Stadt, dem er später als Trainer treu blieb. Bei den DDR-Meisterschaften im Stehersport erkämpfte Auerswald insgesamt vier Silbermedaillen und war damit als „ewiger Zweiter“ gebranntmarkt. Doch damit ging Günter Auerswald, wie mit seinem Spitznamen „Eule“, immer humorvoll um.
Später im Diamantwerk beschäftigt verlor er nie den Kontakt zur Radsportszene. Nicht nur beim Fahrradfest des Museums war er Dauergast. Mehrmals jährlich stand Günter Auerswald unvermittelt in der Museumstür. Zum Beispiel um sein historisches Steherrad in der Ausstellung zu besuchen. Dann war es sinnvoll, ihm zuzuhören, wenn er Anekdoten aus seiner aktiven Zeit berichtete.
Unerlässlich war Günter Auerswald, wenn es darum ging, historisches Bildmaterial zum Radsport auszuwerten. Nicht nur, dass er selbst viele Fotos aus seiner aktiven Zeit beisteuerte, sondern er konnte auch nach einem kurzen Blick auf ein Radsportfoto sofort sagen, wer die abgebildeten Aktiven waren und wann bzw. wo die Aufnahme entstanden war.
Im Zeitzeugeninterview konnten wir sein Wissen für die Nachwelt erhalten.
Das Museum ist dankbar für die vielen Jahre der Kooperation und wird sein Andenken bewahren.
Hinweis: Zur besseren Betrachtung die Fotos bitte anklicken!












