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Blick in die Sonderausstellung "Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück". Foto: Franziska Schirrmeister
Sonderausstellung

Sonderausstellung „Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“ eröffnet

Am 7. Mai 2026 zur Auftakt-Pressekonferenz der Thread-Reihe durften wir Sonia Ascher und ihren Sohn Barry Werner Sanel aus Amerika bei uns im Fahrzeugmuseum begrüßen.

Sie sind die Nachfahren der Familie Ascher, in deren „Fotoalbum“ wir in unserer neuen Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“ schauen.

Zu sehen sind über 250 Fotos der jüdischen Familie, die in den 1920er und `30er Jahren auf dem Chemnitzer Markt 15 einen Schuhladen besaßen. Die Fotos zeigen lachende Gesichter, fröhliche Ausfahrten und die Begeisterung für Fahrzeuge. Denn die waren immer mit dabei – vom Diamant-Fahrrad über das Mars-Motorrad bis hin zu Autos wie Hanomag, Opel oder Wanderer. Sieht man sich die Fotos an, kann man die Lebensfreude spüren.

Doch in nur wenigen Jahren änderte sich alles für die jüdische Familie. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten folgten die Repressionen. Die furchtbaren Momente wie KZ-Aufenthalt, Ermordung der Großeltern und schließlich die Emigration nach Amerika konnten nur mündlich – und auch das nur teilweise – überliefert werden.

Über die Auswirkungen der Geschichte ihrer Eltern hat Sonia Ascher inzwischen zwei Bücher geschrieben. Auszüge daraus finden sich auch in unserer Sonderausstellung.

Doch die Motive der Bilder deuten vieles an: Die stolze Fotos des Schuhladens werden abgelöst von Aufnahmen nationalsozialistischer Aufmärsche und später vom zerstörten Laden.

Das Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz blickt hinein in das „Fotoalbum“ der Familie, das die Nachfahren in Amerika liebevoll aufbewahrt haben. Doch nicht nur mehr als 250 Fotos lassen die Erinnerungen an Familie Ascher wieder aufleben. Ausgestellt werden auch Fahrzeuge, die – innig geliebt – in Deutschland zurück bleiben mussten, als die Familie nach Amerika emigrierte.

Zu sehen sind u.a.

  • eine Wanderer W10 Limousine, hergestellt Ende der 1920er Jahre
  • ein Diamant-Fahrrad Modell ´46, ein Halbrenner aus dem Jahr 1926 – Sondermodell „Quer durch Deutschland“
  • ein Hanomag von 1933

Das die Liebe zu – schnellen – Fahrzeugen noch immer in der Familie liegt, beweist Barry Sanel, der nicht nur in der United States Classic Racing Association (USCRA) eine 1975 Yamaha RD 350 fuhr, sondern später auch Mazda in der NASA Spec Miata.

Im Rahmen des Jahres der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026 findet die Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“ vom 8. Mai bis 30. August 2026 im Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz statt.

Die Sonderausstellung ist Teil der „Threads“-Reihe, die im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac), dem Industriemuseum Chemnitz und den Kunstsammlungen Chemnitz gezeigt wird.

 

Hinweis: Zur besseren Betrachtung die Fotos bitte anklicken!

Themenjahr Tacheles

Themenjahr Tacheles

Blick in die Sonderausstellung "Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück". Foto: Kathy Eichholz

Blick in die Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“. Foto: Kathy Eichholz

Hanomag und Wanderer-Fahrrad in der Sonderausstellung "Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück". Foto: Franziska Schirrmeister

Hanomag und Wanderer-Fahrrad in der Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“. Foto: Franziska Schirrmeister

Barry Sanel auf dem Schüttoff-Gespann. Foto: Barry Sanel

Barry Sanel auf dem Schüttoff-Gespann. Foto: Barry Sanel

Blick in die Sonderausstellung "Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück". Foto: Franziska Schirrmeister

Blick in die Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“. Foto: Franziska Schirrmeister

Blick in die Sonderausstellung "Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück". Foto: Franziska Schirrmeister

Blick in die Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“. Foto: Franziska Schirrmeister

Barry Sanel (links) und Kathy Eichholz vom Fahrzeugmuseum bei der Pressekonferenz zur Threads-Eröffnung. Foto: Franziska Schirrmeister

Barry Sanel (links) und Kathy Eichholz vom Fahrzeugmuseum bei der Pressekonferenz zur Threads-Eröffnung. Foto: Franziska Schirrmeister

Barry Sanel und Sonia Ascher. Foto: Barry Sanel

Barry Sanel und Sonia Ascher. Foto: Barry Sanel

Kathy Eichholz vom Fahrzeugmuseum (links) und Sonia Ascher bei der Pressekonferenz zur Threads-Eröffnung. Foto: Franziska Schirrmeister

Kathy Eichholz vom Fahrzeugmuseum (links) und Sonia Ascher bei der Pressekonferenz zur Threads-Eröffnung. Foto: Franziska Schirrmeister

Barry Sanel mit seinem Madza. Foto: Barry Sanel

Barry Sanel mit seinem Madza. Foto: Barry Sanel

Barry Sanel auf der Yamaha. Foto: Barry Sanel

Barry Sanel auf der Yamaha. Foto: Barry Sanel

Hanomag von 1933 in der Sonderausstellung "Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück". Foto: Kathy Eichholz

Hanomag von 1933 in der Sonderausstellung „Threads: Mobile Erinnerungen – Eine jüdische Familie blickt zurück“. Foto: Kathy Eichholz

Barry Sanel auf dem Schüttoff-Gespann. Foto: Barry Sanel

Barry Sanel auf dem Schüttoff-Gespann. Foto: Barry Sanel

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