Turbulent ist der Ausdruck, der 2025 vielleicht am besten beschreibt. Denn auch im Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz stand das vorige Jahr ganz im Zeichen der Kulturhauptstadt. Und mit uns feierten mehr als 24.000 Menschen. So viele Besucher verzeichnete unser Museum im Jahr 2025 – doppelt so viele wie im Vorjahr und damit ein Besucher-Rekord.
Eigentlich begann 2025 für uns bereits 2024. Denn am 25. Oktober 2024 eröffnete wir bzw. das Team des Kulturhauptstadt-Projektes #3000Garagen in unserem historischen Fahrstuhl die Installation „Ersatzteillager“. Der Künstler und Architekt Martin Maleschka hatte mehr als 1.000 Objekte von Chemnitzer Garagenbesitzern als Leihgabe bekommen. Viele davon fanden – neu arrangiert – ihren Platz bei uns im Fahrstuhl. Von der Zylinderkopfdichtung bis zum Schwalbe-Tank stellten die Chemnitzer Garagen-Besitzer die unterschiedlichsten Objekte für die Installation zur Verfügung und erzählten ihre persönliche Geschichte dazu. Auch Vereinsmitglieder unseres Museums beteiligten sich an der Aktion.
Am 18. Januar 2025 wurde die Kulturhauptstadt ganz offiziell in Chemnitz eröffnet. Wir durften dabei sein und unser Museum in der Stadthalle präsentieren. Mit Kathy Eichholz, der Verwaltungsleiterin des Museums, stand auch Martin Maleschka auf der Bühne, der seine Installation „Ersatzteillager“ vorstellte. Marco Köhler hatte sein Hochrad mitgebracht, das die Besucher auf das „Fahrradfest an der historischen Hochgarage“ im Juni einstimmte und Lukas Nagel, einer der Organisatoren des Simson- und MZ-Treffens, präsentierte seine „Ratte“.
Zwei unserer Exponate – ein Taschenkalender der Auto Union von 1934 und ein „Chemnitzia“-Fahrrad von 1937 – waren vom 31. Januar bis 18. Mai 2025 im Chemnitzer Industriemuseum zu sehen. Per Zufall wurden sie für die Sonderausstellung „John Cage. Museumcircle“ ausgewählt und per Zufall in der Ausstellung angeordnet. Über 100 Objekte aus Museen und Ausstellungsräumen präsentierten auf diese ganz einzigartige Weise die große Vielfalt der Kulturhauptstadtregion.
Mit unserer ganz eigenen Ausstellung trugen wir zur Kulturhauptstadt bei und schauten vom 4. April bis zum 25. Oktober, „Was Europa bewegte – von Fahrrad bis Automobil“. Die Sonderausstellung konnte das Verständnis für die europäische Fahrzeuggeschichte vertiefen und die Bedeutung Europas als lnnovationsstandort im Bereich des Fahrzeugbaus hervorheben. Besonders spannend waren die immer wieder zu beobachtenden Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern.
Seit dem 5. April leuchten vor der Hochgarage gelb die Trichter, die auf die Stationen des #3000Garagen-Parcours hinweisen. An zehn Standorten können Besucher nun selbständig einen Streifzug durch Chemnitzer Garagen machen. Dabei sind diese Garagen ganz unterschiedlich: von der historischen Hochgarage, in der unser Museum untergebracht ist, über den Garagen-Campus oder die Remise der Villa Esche bis hin zu den Garagenhöfen Harthweg oder Ahornstraße.
Sportlich wurde es am 18. Mai mit dem Kulturhauptstadt-Marathon, der gleichzeitig der 50. deutsche Sparkassen-Marathon war. Auch das Fahrzeugmuseum unterstützte diese Aktion und stellte freiwillige Helfer als Streckenposten. Zur Abschlussveranstaltung für die Sparkassenmitarbeiter am Abend wurden der Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Kreuzkamp und Vorstandsmitglied Torsten Wetzel stilecht mit einem Wanderer W26 Pullmann von unserem Vorstandsvorsitzenden Ludwig Karsch in die Messe Chemnitz gefahren.
Das deutschlandweite Jahrestreffen des Vereins „Historische Fahrräder e.V.“, die Velocipediade, fand im August in der Kulturhauptstadt Europas statt und bot die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und kennenzulernen. Einer der Programmpunkte war der Besuch des Fahrzeugmuseum: Bei mehr als 30 Grad startete am Abend die geführte Nachtfahrt durch Chemnitz, die im Fahrzeugmuseum bei Sektempfang endete.
Zur Pressekonferenz hatte am 21. August 2025 der European Peace Ride in das Fahrzeugmuseum eingeladen. Vor zahlreichen Pressevertretern wurde noch einmal der kulturelle und internationale Charakter des Projektes unterstrichen. Auch der ehemalige Radrennsportler Jan Ullrich lies es sich nicht nehmen, zur Pressekonferenz live zugeschalten zu werden. Er erinnerte an seine Teilnahme an der Internationalen Friedensfahrt und freute sich auf das Projekt 2025.
Als am 30. November nach 402 Tagen die Regale des „Ersatzteillagers“ wieder leergeräumt wurden, bedeutete dies jedoch nicht das Ende der Kulturhauptstadt. Denn schon Anfang Dezember 2025 zog das „Fischelant“ bei uns ein. Ob Maschine, Auto oder vielleicht doch Lebewesen – die interaktive Kunstinstallation von Cosima Terrasse, die für das Kulturhauptstadt-Projekt #3000Garagen entstand, wird bis Ende 2026 im historischen Fahrstuhl des Fahrzeugmuseums verweilen.


























